• Originaltitel:Killing Kind, The
    Herstellung: USA, 1973
    Regie:Curtis Harrington
    Darsteller:John Savage, Ann Sothern, Ruth Roman, Luana Anders, Cindy Williams, Sue Bernhard u.a.
    Genre: Thriller | Horror
    Laufzeit: ca. 91 Min.
    Freigabe:juristisch geprüft
    Kinostart:
    Offizielle Seite: hier

    Veröffentlichungen:
    Deutschland:
    DVD: CMV
    Video: Nightmare Cinema
    Video: Silwa
    Video: Silwa (Hartbox)


    Großbritannien:
    Video: Champion
    Video: Intervision
    USA:
    DVD: Brentwood
    DVD: Dark Sky Films
    DVD: St. Clair Entertainment Group Inc. (Psycho-Rama)


    Inhalt:


    "Mitgehangen - Mitgefangen", ein Sprichwort, das auch für den knapp 20jährigen Terry gilt.
    Nachdem einige seiner Freunde ein Mädchen am Strand vergewaltigen wird Terry von ihnen dazu genötigt sie auch zu schänden - da er als Mittäter gilt, bleibt er vor einer 2jährigen Haftstrafe nicht verschont.
    Nun ist er wieder raus aus dem Jugendgefängnis und findet erstmal Unterschlupf in der Pension seiner Mutter Thelma, die nur das beste für ihren von der Bahn abgekommen Sprößling will.


    Da Terry's Untat seiner Mutter sichtlich unagenehm ist, versucht sie es vor den Nachbarn und Bekannten zu verheimlichen und erzählt ihr Sohn hätte seinen Zivildienst abgeleistet - doch die gesamte Ortschaft sich darüber im Klaren was vor 2 Jahren geschah.
    Lustlos und ohne Ziele vor Augen lebt Terry in den Tag hinein bis das junge Nachwuchsmodel Lori in die Pension einzieht, die den jungen Mann kokett anflirtet.


    Auch die Nachbarin Louise, welche den Eindruck einer eisernen Jungfer macht, hat ein Auge auf ihn geworfen und schwelgt in Vergewaltigunsfantasien.
    Terry selbst driftet währenddessen immer mehr in einen Wahn aus Verschwörungsfantasien und Rachegelüsten ab und das ganze wird wohl für einige involvierte kein gutes Ende nehmen......


    Meine Meinung:

    Dem Label CMV-Laservision ist es zu verdanken, das der unterschlagene Psycho-Thriller MORDLUST von Regisseur Curtis Harrington (DER HÖLLENHUND, RUBY, DIE REISE ZUM PRÄHISTORISCHEN PLANETEN, DIE TOTEN STERBEN NICHT) nun endlich auch den Weg in die hiesigen DVD Player findet.
    Wer aufgrund der Inhaltsangabe nun einen schmuddeligen Exploitation-Slasher erwartet, sollte "gewarnt" sein das diese Erwartungen an den Film vollkommen falsch sind.
    Harrington präsentiert uns hier nämlich einen Thriller der vielmehr eine Psychostudie und ein Gesellschaftsdrama darstellt, der in seiner Inszenierung sehr gemächlich daherkommt.
    Wer auf der Suche nach blutrünstigen Serienkillerfilmen ist, die den Adrenalinspiegel stetig in die Höhe treiben ist hier vollkommen falsch.
    Aufgrund der Entstehungsjahres und der Tatsache das es sich um einen B-Movie handelt, kann man dem Film in seiner Machart aber einen gewissen Anteil an "Sleaze" nicht absprechen.


    Auch wenn der Film nicht reißerisch oder blutig inszeniert wurde, bietet das Sujet ein doch recht provokantes Thema.
    Neben der Vergewaltigungthematik könnte dem ein oder anderem auch das inzestuös Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ein wenig übel aufstossen - auch wenn alles in einem skandalfreiem Rahmen bewegt.
    Diese Mutter-Sohn Verhältnis dient bei MORDLUST auch eher dazu, die Hass-Liebe die beide verbindet und die dadurch bedingte Beziehungsunfähigkeit von Terry zu unterstreichen.


    Was bei der Charakterzeichnung auffällt ist, das 3 der 4 Hauptcharaktere - Terry, Thelma und die Nachbarin Louise - fernab jeglicher Moral sind und nicht alle Latten am Zaun haben.
    Aber auch Lori scheint nicht ganz richtig zu ticken, denn ich bin mir sicher das keine Frau nach einem fast gewaltätigem Übergriff im Swimingpool, sich weiter zu diesem Mann hingezogen fühlen würde.
    Dies macht die Figuren seltsamerweise aber nicht unsympathisch, wie man es eigentlich vermuten sollte und für Terry empfindet man fast schon Mitleid.
    Wer mit den Filmen von John Waters vertraut ist, hat wesentlich verrücktere Charaktere gesehen und MORDLUST dürfte da einen nicht wirklich schocken.


    John Savage (THE ORPHAN KILLER, DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN, DO THE RIGHT THING) weiß als desillusionierter Terry vollends zu überzeugen und liefert eine eindringliche Performance eines jungen Mann der immer tiefer in den Wahn der Rache und Obsession rutscht.
    Komplettiert wird seine Leistung durch Ann Sothern (DER MANITOU, DER BULLE VON HONGKONG) als seine Mutter Thelma und beide harmonieren perfekt in dieser inzestuösen Mutter-Sohn Beziehung.
    Hätte Curtis Harrington die beiden nicht für MORDLUST gecastet, wäre der Film eventuell wesentlich Uninspirierter und Ungenießbar geworden und ihren Leistungen ist das gelungene Endergebniss zu verdanken .
    Lediglich Luana Anders (MASK OF MURDER 2, GREASER'S PALACE, DEMENTIA 13) als Louise wirkt stellenweise ein wenig deplaziert und ihr Charakter ist etwas Klischeehaft - diese Unzulänglichkeit trübt aber den Filmgenuss zum Glück nicht.


    Kinematographisch gibt es keinen Anlass zur Kritik und Mario Tosi hat hier routiniert mit gelungenen Einstellungen gearbeitet welche im Editing von Bryon Crouch noch durch überzeugende Überblendungen und Gegenschnitte verfeinert wurden.
    Ein Traumsequenz in MORDLUST weiß besonders zu begeistern die in ihrer surrealen Art schon fast an die Filme von Alejandro Jodorowsky erinnert - hätte man auf mehr dieser Szenen gesetzt , hätte dies MORDLUST nochmal aufgewertet und mehr Innovation verleihen können
    Der Score von Andrew Belling (DIE WELT IN 10 MILLIONEN JAHREN, ZOLTAN - DRACULAS BLUTHUND) ist von subtiler Natur, der die gesamte Laufzeit über eine bedrohliche Wirkung beim Zuschauer erzielt.


    Auch wenn MORDLUST - wie schon bereits angesprochen - recht wenig Schauwerte zu bieten hat, bekommt der Filmfan einen zu Unrecht vergessenen Thriller geboten.
    In seiner Machart erinnert er an Filme wie TEUFELSKREIS Y, auch wenn er an dessen Intensität nur bedingt rankommt.
    Trotz seiner ruhigen Inszenierung kommt selten Langeweile auf, da die Handlung stets vorangetrieben wird und an Intensität zulegen kann.
    Auch das Ende - welches so wahrscheinlich nicht erwartet wird - kann überzeugen und kann bedingt kurz shocken.


    Trailer:


    Bilder: